Terminkalender 2026
Rother Synagogengespräche
Programmflyer 2026
Liste der Veranstaltungen des Arbeitskreises im Jahre 2026 mit Links zu den Beschreibungen
Dienstag, 27.1.2026, 18.30 Uhr, Gedenkstunde

Internationaler Tag des Gedenkens
Gedenkstunde mit Ansprachen und Gebeten sowie dem Anzünden von Gedenkkerzen. Anlässlich des Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer des Holocaust an der Ausgrabungsstätte der mittelalterlichen Synagoge am oberer Marktplatz in Marburg.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Marburg, der Geschichtswerkstatt Marburg e.V. und der Stadt Marburg.
Veranstaltungsort: Willy-Sage-Platz, Marburg-Oberstadt.
Donnerstag, 29.1.2026, 19.30 Uhr, Film über die Holocaust-Überlebende Eva Szepesi

"In der Luft, da bleibt Deine Wurzel"
Dokumentarfilm unter der Regie von Mario Morales, 2023
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1932 in Budapest geboren, wurde Eva geb. Diamant 1944 als 12-jähriges Mädchen nach Auschwitz deportiert. Sie gehört zu den nur rund 400 sog. „child survivors“, die die Haft in Konzentrationslagern überlebten. Zurückgekehrt nach Budapest, heiratete sie später Andor Szepesi, der aus beruflichen Gründen nach Frankfurt am Main zog, wo Eva Szepesi noch immer lebt. Sie ist eine aktive und gefragte Zeitzeugin.
Der Dokumentarfilm begleitet die Holocaust-Überlebende nach Auschwitz. Zusammen mit ihrer Familie begibt sie sich auf eine emotionale Spurensuche. Wie Regisseur Mario Morales ausführt, möchte er „ihre Geschichte und damit das Vermächtnis von Überlebenden wie ihr zum Ausdruck bringen.“ Ihm geht es in seinem Film jedoch nicht alleine darum, „die Geschichte zu dokumentieren, sondern auch darum, die Perspektive der dritten Generation einzunehmen und das komplexe Geflecht von Emotionen, Erinnerungen und Traumata zu erforschen, das sich über Generationen erstreckt.“
Insofern erweitert dieser Film die Perspektive der Holocaust-Überlebenden um die Lebenswirklichkeit ihrer Nachkommen und ist damit auch ein wichtiges Zeugnis für das Nachwirken des Holocaust.
Im Anschluss an die Vorführung besteht Gelegenheit zum Gespräch.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Marburg und der Geschichtswerkstatt Marburg e.V..
Veranstaltungsort: Filmkunsttheater Capitol, Marburg
Donnerstag, 19.3.2026, 18 Uhr, Lesung mit Susanne Pfankuch

"Privilegiert diskriminiert"
Aus Tagebüchern und Briefen des jungen Berliners Peter Pfankuch von 1939 bis 1945
Die Autorin ist die Tochter Pfankuchs, die als Historikerin und Tochter sich auf eine Spurensuche nach ihrem Vater begibt.
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Peter Pfankuch: ein sogenannter "halbjüdischer" Junge im Nationalsozialismus. Als Teenager schreibt er über die gesamte Kriegszeit von 1939 bis 1945 Tagebuch - eine einmalige zeithistorische Quelle, die in diesem Buch erstmals ausgewertet wird. Pfankuch dokumentiert sein Leben in Berlin, während Nationalsozialismus und Krieg zunehmend seinen Alltag bestimmen. Die Familie lebt nahe am Abgrund: Der Vater verliert die Arbeit, die Mutter fürchtet die Deportation, er selbst erhält Schulverbot. Einige Verwandte und Freunde flüchten oder werden deportiert. Bomben fallen. Sorgen, Not und Angst werden immer mehr zur Normalität. Diese Tagebücher sind nicht vergleichbar mit denen der Anne Frank; Pfankuch ist nicht das männliche Pendant zu ihr. Dennoch gibt es Parallelen, dennoch schreibt hier ein junger Mensch im Verborgenen seine Alltagsbeobachtungen über eine ihm feindliche Welt auf. In dieser Situation lernt er den Architekten Hans Scharoun kennen, für den er im Krieg arbeiten kann. Peter Pfankuch wird später selbst ein wichtiger Architekt im West-Berlin der Nachkriegszeit.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Marburg und Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen e.V.
Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus
Veranstaltungsort: Staatsarchiv Marburg, Friedrichsplatz 15, Landgrafensaal

Donnerstag, 21.5.2026, 20 Uhr, 71. Rother Synagogengespräch, Vortrag: Prof. Dr. S. Becker
"Von Oberweimar nach Den Haag - eine NS-Karriere im Auswärtigen Amt"
Otto Bene und die Judenverfolgung in den Niederlanden
Prof. Dr. Siegfried Becker stellt die Lebensgeschichte von Otto Bene (1884-1973) vor, der in Oberweimar aufwuchs und in Marburg zur Schule ging. In der Zeit des Nationalsozialismus war er SS-Brigadeführer und Gauführer der Auslandsorganisation der NSDAP, getarnt als deutscher Diplomat. Er war an der Ausbürgerung und der Deportation der niederländischen Juden maßgeblich beteiligt.
Der Eintritt zu dem Vortrag ist frei. Wir freuen uns über eine Spende.
Donnerstag, 25.6.2026, 20 Uhr, 72. Rother Synagogengespräch, Trialog der Religionen

Trialog der Religionen: "Religiöse Praxis im Alltag"
Moderation: Prof. Dr. Edith Franke, Marburg
Podiumsteilnehmer sind:
- Thorsten Schmermund - Jüdische Gemeinde, Marburg für das Judentum
- Elisabeth Mertes (kath.) für das Christentum
- Pfarrerin Katharina Zinnkann (ev.) für das Christentum
- Esat Öztürk, Doktorand am Fachgebiet Islamwissenschaft am CNMS der Philipps-Universität Marburg für den Islam
Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei. Wir freuen uns über eine Spende.
Samstag, 11.7.2026, 20 Uhr, Konzert Duo Mandos & Kaatz

„Emigratsie“
Jiddische Lieder über Vertreibung, Flucht und Fremdsein
Das Duo MANDOS KAATZ ist auf jiddische Lieder und Balladen osteuropäischer Juden spezialisiert. Beide verbindet die Liebe zum Jiddischen Lied und sie haben sich dieser Musik verschrieben. Dabei haben sie viel über die geschichtlichen Hintergründe herausgefunden.
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Heute ist das Thema Emigration aktuell wie nie. Die alten Lieder zeigen deutlich, wie sich die Probleme der vertriebenen Menschen wiederholen. Die sorgfältig ausgewählten jiddischen Lieder sind zeitlos und vermitteln das Drama von Vertreibung, Flucht, Fremdsein und enttäuschten Hoffnungen auf eindringliche Weise.
Das musikalische Spektrum umfasst Lieder des jiddischen Dichters Mordechai Gebirtig, der ein großes Herz für die Armen dieser Welt hatte, und Balladen ehemaliger ostjüdischer Troubadoure. Melancholisches ist dabei, Kämpferisches aus der jüdischen Arbeiterbewegung und Humorvolles aus dem Jiddischen Theater.
Inge Mandos (Gesang) und Klemens Kaatz (Klavier und Akkordeon) bringen den Zuhörer*innen die Situation Vertriebener, geprägt von Sehnsucht, Hoffnung und Überlebensmut, aber auch von Trauer und Verzweiflung, nahe. Inge Mandos führt durch das Programm und übersetzt die Lieder, die sie mit ihrer warmen und facettenreichen Stimme gestaltet. Dabei begleitet sie Klemens Kaatz, erfahrener Arrangeur und Interpret dieser Musik, auf dem Klavier und am Akkordeon.
Der Eintritt zu dem Konzert ist frei. Wir freuen uns über eine Spende.
Sonntag, 12.7.2026, 14 Uhr, Festakt zum 30-jährigen Bestehen

Festakt zum 30-jährigen Bestehen des Arbeitskreises Landsynagoge Roth mit anschließendem Straßencafé
Wir feiern 30 Jahre Restaurierung der Synagoge in Roth und laden dazu herzlich ein. Wir erwarten als Besucher auch über zwanzig Nachfahren Rother Juden zum Jubiläumswochenende.
Weitere Informationen folgen.
Samstag, 8.8.2026, 14 Uhr, Meditative und schwungvolle Tänze aus Israel

Fortgeschrittenenkurs mit Sahra Küpfer
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„Im Reichtum der Musik und Tanzstile spricht die Seele eines Volkes zu uns und lädt uns ein zum Tanz“
So verschieden, wie die Menschen in Israel, sind auch ihre Tänze: mal schwungvoll und mitreißend, freudig und humorvoll, mal innig und gefühlvoll.
Bei meinen Tanz-Seminaren möchte ich meine Begeisterung über diese Reichhaltigkeit tanzend mit anderen teilen.
Der Bogen spannt sich von den leichtfüßigen, anmutigen jemenitischen Tänzen über getanzte Psalmen und humorvolle chassidische Tänze bis hin zu den feurigen, kraftvollen Debkas.
Ich wäre glücklich, wenn durch die Tänze bei den Seminarteilnehmern ein Stück jüdischer Kultur lebendig erlebt werden kann.
Sahra Küpfer
Sahra Küpfer wurde 1961 geboren und ist Mutter von vier Kindern. Sie studierte in Freiburg und Jerusalem Musik, Sport und Theologie. Schwerpunkte der Ausbildung lagen einerseits bei den bevorzugten Instrumenten Klavier und Querflöte sowie andererseits der Verbindung von Musik und tänzerischer Bewegung. Die Ausbildung in Freiburg umfasste drei Jahre Ausdruckstanz bei Irene Schwarz sowie Kurse in Tanzimprovisation bei Tai Deharde.
Eine weitergehende Spezialisierung auf israelische Tänze und Kindertanz erfolgte während des zweijährigen Studiums in Jerusalem. Neben dem Erlernen der hebräischen Sprache und der Beschäftigung mit jüdischer Religion und Tradition fand sich ausreichend Gelegenheit, in Abendkursen und auf Fortbildungsveranstaltungen traditionelle und moderne Tänze aus dem jüdischen Kulturkreis zu erlernen.
Neben israelischen Tänzen gehören Flamenco, Tango Argentino und modernes Tanztheater zu den besonderen Vorlieben von Frau Küpfer.
Tanzkurse für Erwachsene und Kinder führte sie mit verschiedenen Schwerpunkten für die Pädagogische Hochschule Freiburg, die Heimschule Ettenheim (Schwarzwald), den Sportverein Schweighausen (Schwarzwald), die VHS Wetzlar, die Freie Waldorfschule Marburg sowie privat durch.
Frau Küpfer ist die Leiterin der Marburger Gruppe für Israelische Tänze „Kol Ha Lei-la“, die neben anderen Auftritten bereits mehrere Veranstaltungen der Jüdischen Gemeinde Marburg tänzerisch umrahmt hat.
Eintreffen: ab 13.30 Uhr; Beginn: 14 Uhr; Ende: gegen 18 Uhr
Kosten pro Teilnehmer: 30 €
Bitte Selbstverpflegung für eine Pause mitbringen (Mineralwasser wird bereitgestellt)
Mitzubringen: Leichte Tanzbekleidung
Anmeldung bis 31.7.2026:
Arbeitskreis Landsynagoge Roth e.V.
c/o Dr. Frances Schwarzenberger-Kesper
Kontoverbindung: DE58 5335 0000 0000 0063 94
Sonntag, 13.9.2026, 11 Uhr, Tag des offenen Denkmals

©ArchitecturaVirtualis GmbH; Screenshot, Rekonstruktion um 1925
Am Tag des offenen Denkmals® öffnen jährlich viele tausend Monumente ihre Pforten, auch diejenigen, die ansonsten meist nicht zugänglich sind. An diesem Tag des offenen Denkmals® ist die Synagoge von 11:00 Uhr - 17:00 Uhr geöffnet.
Zum Programm gehören:
 folgt!
Dienstag, 15.9.2026, 20 Uhr, 73. Rother Synagogengespräch, Vortrag: Armin Flesch

Vortrag:"Die Erben der Arisierung"
Wir wissen was wir haben.
Wissen wir auch, woher es stammt?
Armin Flesch ist freier Autor und Journalist
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100 Jahre Familientradition?
Den Anfang machte am 20. Juni 2014 die E-Mail von Rolf Stürm aus Basel, Enkel eines ehemaligen Frankfurter jüdischen Unternehmers, dessen Firma 1935 arisiert worden war. 100 Jahre später behaupteten die Nachkommen des einstigen Ariseurs, ihr Unternehmen "Elsen & Hemer" blicke auf „100 Jahre Familientradition“ zurück, die "auf die Firmengründung im Jahr 1914" zurückgehe.
Diese Geschichte hätte einen nicht zu langen Zeitungsartikel ergeben sollen – keine große Sache, drei, vier Tage Arbeit vielleicht. Doch die Suche nach alten Unterlagen führte mich zu weiteren, teils spektakulären Arisierungsfällen wie jenem der 1937 arisierten Fabrik und heutigen Firmenzentrale des Spezialchemieherstellers "Zschimmer & Schwarz" in Lahnstein.
Wie verhalten sich die heutigen Eigentümer?
Recherchen in 16 in- sowie fünf ausländischen Archiven und zahlreiche Interviews lösten eine Beschäftigung mit dem Thema Arisierung aus, die bis heute fortdauert:
• Wer profitierte vom legalisierten Raub und Mord an den europäischen Juden?
• Wie verhalten sich die heutigen Eigentümer arisierter mittelständischer Familienunternehmen zur NS-Vergangenheit ihrer Firma und Familie?
• Welche Bedeutung hat die Arisierung für das Verständnis des Holocaust und der deutschen Gesellschaft vor und nach 1945?
• Welche konkreten Auswirkungen hat sie bis heute?
Auf diese und andere Fragen suche ich seither Antworten; die Arisierungsforschung ist zum zentralen Thema meiner journalistischen Arbeit geworden. Inzwischen sind mehrere Zeitungsartikel zu diesem Thema erschienen, die Sie auf dieser Website lesen können. Derzeit arbeite ich an einem Buch und halte bundesweit Vorträge an Schulen und vor erwachsenem Publikum.
Der Eintritt zu dem Vortrag ist frei. Wir freuen uns über eine Spende.
Samstag, 19.9.2026, 10 -15.30 Uhr, Kindererkundungstag

»Wir entdecken die Rother Synagoge«
Ein Angebot für Kinder im 4. Schuljahr
aus Marburg und Umgebung
in 35096 Weimar – Roth, Lahnstraße 28a
Wer geht mit auf Entdeckungsreise?
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Am Samstag, 19.09.2026 von 10 – 15:30 Uhr,
wollen wir gemeinsam die alte Synagoge in Roth kennenlernen.
Wir werden den Tag in der Synagoge sein und das ehemalige Gotteshaus erkunden.
Bei fröhlichen und nachdenklichen Geschichten und Spielen erfahrt Ihr mehr über die Bedeutung in früherer Zeit und heute.
Mittags stärken wir uns mit einem gemeinsamen Picknick.
Die Teilnahme am Erkundungstag kostet nichts !
Habt Ihr Lust, dabei zu sein ?
Dann füllt mit den Eltern das Anmeldeformular aus und sendet es bis Mittwoch, den 9.9.2026 an unten stehende E-mail Adresse.
Am Samstag, 19. September 2026 kommt Ihr dann um 10.00 Uhr zur Synagoge in Roth.
Am Kindererkundungstag braucht Ihr:
Schere, Klebestift, Stiftemäppchen mit Füller, Bleistift und Buntstiften.
Einen Anorak, weil wir auch draußen sind, Hausschuhe für drinnen.
Und Brote oder Brötchen und Obst für Euer Mittagspicknick.
Für Getränke sorgen auch wir noch zusätzlich.
Wir freuen uns auf diesen Tag mit Euch !
Der Arbeitskreis Landsynagoge Roth e.V.
Dr. Frances Schwarzenberger-Kesper und Judith Oehler
Email:
Das Anmeldeformular zum online Ausfüllen oder Ausdrucken.
Sonntag, 8.11.2026, 18 Uhr, Gedenkfeier in der Rother Landsynagoge zur Pogromnacht

Gedenken an die Zerstörung am 8.11.1938 in Roth
Wir gedenken der Zerstörung im Innern der Synagoge am 8. November 1938 durch fanatische SA-Leute und der Ermordung der Jüdinnen und Juden aus Roth, Fronhausen und Lohra.
Die Gedenkfeier zur Pogromnacht findet in Kooperation mit dem Landkreis Marburg-Biedenkopf und unter Mitwirkung von Thorsten Schmermund von der Jüdischen Gemeinde, Marburg statt.
Weitere Informationen folgen.
Die Synagoge ist nicht beheizt. Decken liegen bereit!
Dienstag, 8.12.2026, Gedenkfeier der Deportation nach Riga

85. Wiederkehr der Deportation nach Riga
Anlässlich der Deportation der in unserer Region verbliebenen Jüdischen Bevölkerung im Jahre 1942 in die Vernichtungslager bei Riga findet am Bahnhof in Fronhausen die Gedenkfeier statt. Von hier begann die Deportation.
Informationen zum Ablauf folgen!
Veranstaltungsort: Bahnhof Fronhausen, Bahnhofstraße 44, 35112 Fronhausen
Hebräisches Datum - Deutsches Datum
Der Jüdische Kalender ist eine Mischung aus Mond- und Sonnenkalender. Die Jüdischen Festen und Feiertagen werden hier mit Kerzen dargestellt; so am Sabbat - dem jüdischen Ruhetag in der Woche - mit zwei Kerzen. An Sabbat finden in der Landsynagoge Roth in der Regel keine Veranstaltungen statt. Somit können auch jüdische Personen an den Veranstaltungen teilnehmen.




