Nachrichten
Aus der Vereinsarbeit
Hier finden Sie anlassbezogen Nachrichten aus der Vereinsarbeit zusätzlich zum Veranstaltungsprogramm.
30-jähriges Vereinsjubiläum, 10.-13.7. 2026
Präsentation zur Vereinsgeschichte, Erster Teil
Unser Jubiläum war in vielerlei Hinsicht ein außergewöhnliches Ereignis:
noch nie hatten wir so viele jüdische Gäste mit Wurzeln in Roth auf einmal,
noch nie waren so viele von ihnen zum ersten Mal da,
und noch nie waren gleich sechs Urenkelkinder derjenigen, die die Shoa überlebten, zu Besuch.
Neben Redebeiträgen von Vertreter/innen aus Politik und Schule sowie der Jüdischen Gäste wurde bei der Feier die Vereinsgeschichte mit einer Präsentation in Erinnerung gerufen.
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Präsentation zur Vereinsgeschichte, Zweiter Teil
Fotos v.a.: Bildarchiv Foto Marburg, Landesamt für Denkmalpflege, Annemarie Schlag, Friedel Schultheis, Frances Schwarzenberger-Kesper, Otto Weimar, Annegret Wenz-Haubfleisch; Musik: Meir Shitrit aus: Full One Hour of Chabal Mellow Nigunim Music
Das "Sternemalen"

In einer schönen Tradition haben die sechs Urenkel der vertriebenen jüdischen Bewohner/innen Roths unter Anleitung von Gabriele C. Schmitt die Sterne am Sternenhimmel der Synagoge mit einem eigenen Stern ergänzt. So wie es auch ihre Eltern vor einigen Jahren schon gemacht hatten.
Abschlussfoto

Ein Foto mit Jüdischen Gästen und Vereinsmitgliedern zur Erinnerung an die Tage.
Bildungsfilm
So viele Gäste aus mehreren Generationen auf einmal zu Besuch zu haben,
war ein einmaliger Moment und bildete den Anlass für die
Diskussionsveranstaltung am Montag. Wir sind sehr dankbar, dass unsere jüdischen
Gäste sich darauf eingelassen haben und dafür noch einen Tag länger
geblieben sind. Die Diskussionsbeiträge enthielten viele erhellende und
interessante Erkenntnisse.
Nun hoffen wir auf einen guten Bildungsfilm,
der viele Schüler*innen erreichen und und dazu beitragen möge, sie für
rechte Kräfte zu immunisieren. Den Film wird Isabel Gathof mit ihrem Team von Feinsmeker Film erstellen. Finanziert haben dieses Vorhaben die Hessische Landeszentrale für polische Bildung und die Sparkasse Marburg-Biedenkopf.
Podcast: Jüdisches Leben, Geschichte und Kultur
© Hessische Landeszentrale für politische Bildung
Jüdisches Leben, Geschichte und Kultur in Hessen
Die Hessische Landeszentrale für politische Bildung hat in Zusammenarbeit mit der Medienmacherin Isabel Gathof diesen Podcast gestartet. In Hessen hat jüdisches Leben eine lange und starke Tradition und prägt in seiner Vielfalt das gesellschaftliche Miteinander. Ein zentrales Anliegen dieses Podcasts ist es, diese Vielfalt für ein breites Publikum aufzubereiten und darüber hinaus auch Bildungsmaterial für den Einsatz in der historisch-politischen Bildung an die Hand zu geben.
Den inhaltlichen-thematischen Einstieg einer jenen Folge bildet ein Einspieler mit hörspielartiger Charakteristik, auf dessen Grundlage die unterschiedlichen geladenen Studiogäste gemeinsam mit der Moderatorin Isabel Gathof Aspekte jüdischen Lebens mit Aktualitätsbezug diskutieren.
Mittlerweile ist der Podcast bei Folge 14 angelangt.
"Jüdisches Leben", Online Selbstlernkurs 2023/24
Trailer des Kurses vom Thüringischen Volkshochschulverband auf YouTube.
Der Kurs ist entwickelt vom Thüringer Volkshochschulverband (TVV) mit dem Jüdischen Museum Frankfurt und der Bildungsstätte Anne-Frank. Er zeichnet ein authentisches Bild von der Vielfalt jüdischer Kultur, Religion und der 1700-jährigen Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland. Anhand vorgestellter Menschen aus unterschiedlichen Epochen und Generationen wird jüdisches Leben in Deutschland in seiner Vielfalt erlebbar.
- 11 Themen-Module:
Einstieg
Geschichte: Entstehung bis zum Mittelalter
Von Früher Neuzeit bis Kaiserreich
Weimarer Republik und Zeit des Nationalsozialismus
Nachkriegszeit bis 2000
Gegenwart: Sprache und Humor
Gegenwart: Musik und Kunst
Gegenwart: Kochen
Gegenwart: Religion
Gegenwart: Antisemitismus
Gegenwart: Nahostkonflikt
- Kursbeginn nach Anmeldung frei wählbar
- Lernen jederzeit und im eigenen Tempo
- keine Vorkenntnisse erforderlich
- die Teilnahme ist kostenlos
- Anmeldung über die VHS Marburg-Biedenkopf oder VHS Vogelsberg
Die vhs des Landkreises Marburg-Biedenkopf bietet außerdem einen Begleitkurs zum Selbstlernkurs an, um sich über das individuell Gelernte auszutauschen und die Themen in einer Gruppe zu diskutieren.
Ein erstes Vortreffen (online) findet statt am Di, 10.10.2023, 19:00 - 21:00 Uhr
Virtuelle Rekonstruktion des Innenraums

©ArchitecturaVirtualis GmbH; Screenshot, Rekonstruktion um 1925
©ArchitecturaVirtualis GmbH; Screenshot: Rekonstruktion um 1900
Virtuel-Reality-Brillen in der Synagoge
Seit unserem Jubiläum im Jahre 2023 können sie mit Hilfe von Virtuel-Reality-Brillen die ursprüngliche Ausstattung der Synagoge erleben.
Hier ein Film über die Rekonstruktion:
Dr. -Ing. Marc Grellert von der ArchitecturaVirtualis GmbH (Kooperationspartner der Technischen Universität Darmstadt) hat diese Arbeit erstellt. Sie ist Teil eines Gesamtprojektes in Deutschland, welches in der NS-Zeit zerstörte Synagogen rekonstruiert.
Gefördert von
Trude Meyer, geb. Löwenstein, 15.8.1924 bis 22.12.2022
Trude Meyer geb. Löwenstein, 15. August 1924 bis 22. Dezember 2022
Nachruf
Der Arbeitskreis Landsynagoge Roth trauert um seine liebe und ihm stets zugewandte Freundin Trude Meyer geb. Löwenstein aus Fronhausen, die am 22. Dezember 2022 im Alter von 98 Jahren in San Francisco verstorben ist. Trude musste Unmenschliches in den Lagern und Fabriken der Nazis ertragen und fand die Kraft, ihre Erlebnisse mit uns zu teilen. Hierfür sind wir ihr zutiefst dankbar. Ihre Herzlichkeit und ihre lebhafte Anteilnahme an allen unseren Aktivitäten werden uns sehr fehlen. Unser Mitgefühl gilt ihren Söhnen und allen ihren Angehörigen.
Der Arbeitskreis Landsynagoge Roth trauert um seine liebe und ihm stets zugewandte Freundin Trude Meyer geb. Löwenstein aus Fronhausen, die am 22. Dezember 2022 im Alter von 98 Jahren in San Francisco verstorben ist. Trude musste Unmenschliches in den Lagern und Fabriken der Nazis ertragen und fand die Kraft, ihre Erlebnisse mit uns zu teilen. Hierfür sind wir ihr zutiefst dankbar. Ihre Herzlichkeit und ihre lebhafte Anteilnahme an allen unseren Aktivitäten werden uns sehr fehlen. Unser Mitgefühl gilt ihren Söhnen und allen ihren Angehörigen.
Wir veröffentlichen im Folgenden die Übersetzung eines Nachrufes der Familie Meyer:
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Trude Meyer
15. August 1924 – 22. Dezember 2022
Trude Meyer, eine Frau von kleiner Statur, aber mit überragender Widerstandskraft, Optimismus, Energie und Geist, verstarb im Alter von 98 Jahren. Trude war bekannt für ihren Humor, ihren Intellekt, ihren liebenswürdigen Charme und ihren starken jüdischen Glauben. Sie sorgte stets für ein koscheres Haus und feierte jeden Schabbat und jeden jüdischen Feiertag mit einem schönen Tablett mit selbst gebackenen Kuchen und Keksen.
Trude war ihrem Ehemann Hermann Meyer, mit dem sie 61 Jahre verheiratet war, und ihren beiden Söhnen Fred (Terry) und Harry treu ergeben. Sie lebte 76 Jahre lang im Stadtteil Richmond von San Francisco und besuchte sowohl die Gemeinde Chevra Thilim als auch die Gemeinde Beth Sholom. Trude und ihre Schwester Jenni kamen 1946 in die Vereinigten Staaten und wurden von ihrer Cousine Ilse Bernstein und deren Mann Marcus aufgenommen. Sie war stolz auf ihre drei Enkelkinder David (Luzia), Alisa (Ken) und Michael und freute sich besonders, Urgroßmutter von Sydney zu sein. Trude stand ihrer Großfamilie sehr nahe und war eine Inspiration für sie.
Trude war eine Überlebende des Holocaust, zusammen mit ihrer lieben Schwester Jenni Thompson (Walter) im wahrsten Sinne des Wortes. Trude und Jenni arbeiteten mehrere Jahre unter unmöglichen Bedingungen in den Fabriken der Nazis und überlebten einen eisigen Todesmarsch am Ende des Krieges. Trude ist in Fronhausen, Deutschland, geboren und aufgewachsen. Ihre beiden Brüder und ihre Mutter wurden im Holocaust getötet. Trude teilte ihre Holocaust-Erfahrungen und lebhaften Erinnerungen mit dem Arbeitskreis nichtjüdischer deutscher Gemeindemitglieder, die die Synagogen, Friedhöfe und andere jüdische Überreste der jüdischen Gemeinde Fronhausen erhalten haben. Sie sprach vor vielen Gruppen über ihre Kriegserlebnisse.
Trude kochte und backte gerne nach ihren deutschen Rezepten. Sie und Hermann liebten die Oper. In späteren Jahren machte sie sich an schwierige Puzzles und war stolz darauf, sie auszustellen. Ihr Wohnzimmer war voll mit Familienfotos, und als Familienhistorikerin bewahrte sie viele Akten mit Erinnerungsstücken und Zeitungsausschnitten auf. Sie hatte Freunde auf der ganzen Welt, die sie mit Geburtstagswünschen überschütteten. Sie liebte es, mit Freunden und Verwandten zu telefonieren, und hatte wegen ihrer Geselligkeit und als Symbol für das Überleben des Holocausts den Spitznamen "Schmetterling". Sie umgab sich mit vielen verschiedenen Schmetterlingsarten, die sie geschenkt bekam, und liebte es, sie Besuchern zu zeigen. Trude wird von ihrer Familie, ihren Freunden und ihrer Gemeinde schmerzlich vermisst werden.
Die Familie Meyer ist Trudes wunderbaren Betreuern für ihre hervorragende Pflege und Unterstützung unendlich dankbar.
Zu ihrem Gedenken können Spenden an die Gemeinden Chevra Thilim und Beth Sholom gemacht werden.
Die Beerdigung findet am Donnerstag, 29. Dezember, um 14.30 Uhr auf dem Eternal Home Cemetery in Colma, Kalifornien, statt.
Juli 2021, Jubiläumsbuch 25 Jahre Landsynagoge Roth
Cover des Jubiläumsbuchs
"Liebe deinen Nächsten ... 25 Jahre Gedenk-, Kultur- und Bildungsarbeit in der Landsynagoge Roth"
Unter dem Titel haben wir zum Jubiläum eine etwas andere Festschrift herausgegeben. Wir haben Kooperationspartner und Freunde, Überlebende und Nachkommen der Shoah sowie Mitglieder und Vorstände eingeladen, ihre ganz persönliche Sicht auf unsere (Zusammen-)Arbeit und auf ihre Beziehung zu unserem Arbeitskreis in kurzen Beiträgen zu beschreiben. Auf diese Weise konnten rund 50 Beiträge versammelt werden, die mit aussagekräftigen Fotos illustriert wurden. Ziel war es, mit dieser Collage von Texten und Bildern ein facettenreiches Bild von einem Verein entstehen zu lassen, der in einer bestimmten historischen Situation gegründet wurde, bestimmte Fragen gestellt und eine Art von Erinnerungs- Bildungs- und Kulturarbeit ausgeprägt hat, wie sie wohl typisch war für diese Zeit. Nachfolgerinnen und Nachfolger werden andere Fragen stellen, andere Herangehensweisen wählen. Insofern mag dieses Buch auch als Zeitdokument verstanden werden. Es wurde zudem zweisprachig, in Englisch und Deutsch, veröffentlicht. Bei Interesse ist es zum Preis von 19,00 Euro bei unserem Schatzmeister Werner Schlag zu beziehen:
Sommer 2019, ARD-Reportage: Was hat der Holocaust mit mir zu tun?

Reportage: Der Holocaust begann in Roth. Eine Sendung von ARD Mediathek Y-Kollektiv
Der Holocaust begann in Roth
Nazi-Deutschland ist seit fast 75 Jahren Geschichte.
Es gibt nur noch wenige Auschwitz-Überlebende und Holocaust-Zeitzeugen. Ihnen bleibt nicht mehr lange Zeit, um uns zu erzählen, wie die Zeit des Nationalsozialismus war. Sind wir kurz davor die Verbindung zu damals komplett zu verlieren?
Bevor das passiert, fragen wir uns: Was hat der Holocaust eigentlich mit uns heute noch zu tun? Reporterin Katja Döhne versucht der Geschichte noch einmal so nah wie möglich zu kommen. Sie spricht mit Zeitzeugen und fährt mit Auszubildenden von Volkswagen zum ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz um dort in der Gedenkstätte mitzuarbeiten. Beim Reinigen alter SS-Essensschalen sprechen sie über unser Deutschland heute.
Reporter: Katja Döhne Schnitt: Katja Döhne Kamera: Julian Kiesche
Ausführliches Interview mit der Zeitzeugin Éva Fahidi: https://youtu.be/ywnEqeePh0A
Musik aus dem Film:
PTK - Deutscher als du glaubst // Shakey Graves - Late July // Shura Lipovsky - Halalu // Joyner Lucas - I’m not racist // Kanye West - Runaway // Shura Lipovsky - Leyg dayn kop // Brothertiger - High Tide
Fortsetzung
Weiterführende Informationen zum Thema:
Bundeszentrale für politische Bildung: Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus http://www.bpb.de/politik/hintergrund...
ARD - Auschwitz und Ich: https://auschwitzundich.ard.de/auschw...
tagesschau: Holocaust-Gedenktag "Unsere Erinnerungskultur bröckelt." https://www.tagesschau.de/inland/holo...
Deutsche Welle: Christoph Heubner: "Auschwitz hat nicht in Auschwitz begonnen" https://www.dw.com/de/christoph-heubn...
Süddeutsche Zeitung: Zeitzeugen berichten von ihrem Martyrium in Auschwitz: https://www.sueddeutsche.de/politik/h...
Januar 2019, Trauer um unseren lieben Freund und Förderer Walter Roth
Walter Roth, Foto: F. Schutheiss
Nachruf
Am 19. Januar 2019 verstarb Walter Roth im Alter von 89 Jahren in Chicago. Der Arbeitskreis Landsynagoge Roth trauert über den Verlust eines Freundes, der seine Arbeit mit großem Interesse begleitete, förderte und ihm ein guter Freund gewesen ist. Mit Walter Roth ist der letzte jüdische Zeitzeuge verstorben, der in Roth geboren wurde.
Walter Roth erblickte am 18. April 1929 als jüngstes von drei Geschwistern das Licht der Welt. Er wurde in eine alt eingesessene, gut gestellte jüdische Familie geboren. 1934, im zarten Alter von knapp fünf Jahren verlor er bereits seine Mutter Selma durch eine Infektion. Bald darauf fiel es seinem Vater immer schwerer, seine Familie zu ernähren, denn als Saatgut- und Düngemittelhändler, der auf Geschäfte mit den Bauern angewiesen war, wurde er schon 1935 massiv verfolgt. So erkannte er früh die Zeichen der Zeit, erlangte von Verwandten in den USA eine Bürgschaft und konnte 1938 mit seiner zweiten Frau Toni und den drei Kindern Nazi-Deutschland entkommen. Die Familie begann ein neues Leben in Chicago. Hier ernährte der einstige Geschäftsmann Markus Roth seine Familie mühsam als Lohnarbeiter in einem Schlachthof. Über diesem Leben schwebte die Angst um die in Deutschland zurück gelassenen Familienmitglieder, die allesamt den Holocaust nicht überlebten. Die junge Generation fasste leichter Fuß in diesem Land; Walter ergriff die Chance zum Studium und wurde ein erfolgreicher Rechtsanwalt.
Angesichts dieser Geschichte lag es nicht nahe, nach Deutschland zurückzukehren. Walter Roth ging den Schritt, anders als seine Eltern, für die nach den ungeheuerlichen Morden an Eltern und Geschwistern eine Rückkehr unerträglich war. In den 1980er Jahren zeigte Walter Roth seiner Frau und seinen drei Kindern erstmals den Ort seiner frühen Kindheit. 1984 widmeten er und sein Bruder Herbert den ermordeten jüdischen Familien von Roth auf dem jüdischen Friedhof einen Gedenkstein.
Als sich der Arbeitskreis Landsynagoge Roth 1996 gegründet hatte, begleitete Walter Roth dessen Arbeit mit großem Interesse, förderte ihn und besuchte Roth erneut, zuletzt 2011, um nun seine Enkelkinder an die Wurzeln ihrer Familiengeschichte zu führen.
Einweihung Herbert Roth Platz, 29. Juli 2016
Herbert Roth, Foto: Friedel Schultheiß
Platzbenennung zu Ehren von Herbert Roth
Im Rahmen des Festaktes wird auf Antrag des Arbeitskreises ein Platz in der Nähe der Synagoge zu Ehren von Herbert Roth (+2015) benannt.
Herbert Roth war ein langjähriger Freund des Arbeitskreises und Brückenbauer. 1923 wurde er in Roth als Sohn von Selma und Markus geboren, 1938 emigrierte er mit seinen Eltern und den jüngeren Geschwistern Irene und Walter aus Nazideutschland nach Chicago. Anfang der 1950er Jahre kehrte Herbert Roth erstmals nach Roth zurück, später mit seiner Frau und seinen heranwachsenden Töchtern. Seit den 1980er Jahren war er häufig und regelmäßig zu Gast.
1984 stiftete er mit seinem Bruder Walter einen Gedenkstein für die Opfer der Shoa auf dem jüdischen Friedhof. Er pflegte frühere Schulfreundschaften, und bald knüpfte er auch Kontakte zu den späteren Gründern des Arbeitskreises. Mit größtem und beständigem Interesse verfolgte er die Restaurierung der Synagoge, stellte dem Arbeitskreis wertvolle Dokumente zur Verfügung und teilte seine Erinnerungen mit diesem.
Herbert Roth vermittelte ebenso Verbindungen zu den Familien anderer Rother Überlebenden und wurde so zu einer Schlüsselfigur für die langjährigen, freundschaftlichen Beziehungen, in denen der Arbeitskreis heute zu der Familie seines Bruders Walter und seiner Schwester Helen, den Familien Höchster-Wetmore, Höchster–Solovei sowie Stern und ihren Nachkommen steht.
Der Herbert-Roth-Platz erinnert an sein beispielhaftes Wirken für Verständigung und Versöhnung, Respekt über alle weltanschaulichen, religiösen und kulturellen Unterschiede hinweg.
2001, Präsentation nach 5-jährigem Vereinsjubiläum
Gemeinschaftsarbeit von Gabriele C. Schmitt und Wilfried Müller-Brodmann; Konzeptionelle Hinweise & Technical Support in MS Powerpoint durch Reinhard Müller-Brodmann
Die Geschichte der Synagoge in Roth
Die Präsentation ist eine Gemeinschaftsarbeit von Gabriele C. Schmitt und Wilfried Müller-Brodmann unter Verwendung von Fotos und Kopien aus Privatbesitz sowie drei Aufnahmen - (Innenansicht der Synagoge vor und nach der Restaurierung, Gedenkstern) - von "Foto Marburg”.
Der Arbeitskreis Landsynagoge Roth e.V. wurde am 27. Januar 1996 gegründet.
1998 übertrug der Landkreis Marburg-Biedenkopf ihm die Verantwortung für die Nutzung der Synagoge als Gedenkstätte, Kultur- und Begegnungsstätte und Lernort.
Er organisiert und betreut Führungen in der Synagoge und auf dem jüdischen Friedhof und bietet jedes Jahr ein umfangreiches Programm an kulturellen Veranstaltungen, wie Lesungen, Konzerte, Vorträge, Ausstellungen und Gesprächsabende.







