Die Synagoge wird vom Arbeitskreis Landsynagoge Roth getragen. Der Verein setzt sich für den Erhalt und die Nutzung ein. Sie ist Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust im Landkreis Marburg-Biedenkopf und Lernort für Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene. Sie ist Veranstaltungsort für Konzerte, Vorträge und andere kulturelle Angebote. Roth ist ein Ortsteil der Gemeinde Weimar in Hessen.
Prof. Dr. Siegfried Becker stellt die Lebensgeschichte von Otto Bene (1884-1973) vor, der in Oberweimar aufwuchs und in Marburg zur Schule ging. In der Zeit des Nationalsozialismus war er SS-Brigadeführer und Gauführer der Auslandsorganisation der NSDAP, getarnt als deutscher Diplomat. Er war an der Ausbürgerung und der Deportation der niederländischen Juden maßgeblich beteiligt.
An der Ostwand der Kirche in Oberweimar befindet sich noch ein Erbbegräbnis der Familie Bene, die einst den v. Heydwolff’schen Gutshof gepachtet hatte. Darunter ist auch der Grabstein für Otto Bene. Geboren wurde dieser auf der Domäne Altenberg (bei Wetzlar), gestorben war er in Hamburg.
Otto Bene war bereits ab 1931 NSDAP-Mitglied und ab 1932 Ortsgruppenleiter der Ortsgruppe London, schließlich von 1934 bis 1936 Landesgruppenleiter für Großbritannien und Irland. Als Vertreter des Auswärtigen Amts beim Reichskommissar für die besetzten Niederlande nahm er aktiv Einfluss auf die Deportation jüdischer Bevölkerung. 1949 wurde er im Spruchkammerverfahren in Unna allerdings als minderbelastet eingestuft.
Er dürfte einer der höchstdekorierten NSDAP-Funktionäre gewesen sein, der aus der heutigen Gemeinde Weimar (Lahn) hervorgegangen ist.
Der Eintritt zu dem Vortrag ist frei. Wir freuen uns über eine Spende.

Moderation: Prof. Dr. Edith Franke, Marburg
Podiumsteilnehmer sind:
Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei. Wir freuen uns über eine Spende.

Das Duo MANDOS KAATZ ist auf jiddische Lieder und Balladen osteuropäischer Juden spezialisiert. Beide verbindet die Liebe zum Jiddischen Lied und sie haben sich dieser Musik verschrieben. Dabei haben sie viel über die geschichtlichen Hintergründe herausgefunden.
Heute ist das Thema Emigration aktuell wie nie. Die alten Lieder zeigen deutlich, wie sich die Probleme der vertriebenen Menschen wiederholen. Die sorgfältig ausgewählten jiddischen Lieder sind zeitlos und vermitteln das Drama von Vertreibung, Flucht, Fremdsein und enttäuschten Hoffnungen auf eindringliche Weise.
Das musikalische Spektrum umfasst Lieder des jiddischen Dichters Mordechai Gebirtig, der ein großes Herz für die Armen dieser Welt hatte, und Balladen ehemaliger ostjüdischer Troubadoure. Melancholisches ist dabei, Kämpferisches aus der jüdischen Arbeiterbewegung und Humorvolles aus dem Jiddischen Theater.
Inge Mandos (Gesang) und Klemens Kaatz (Klavier und Akkordeon) bringen den Zuhörer*innen die Situation Vertriebener, geprägt von Sehnsucht, Hoffnung und Überlebensmut, aber auch von Trauer und Verzweiflung, nahe. Inge Mandos führt durch das Programm und übersetzt die Lieder, die sie mit ihrer warmen und facettenreichen Stimme gestaltet. Dabei begleitet sie Klemens Kaatz, erfahrener Arrangeur und Interpret dieser Musik, auf dem Klavier und am Akkordeon.
Der Eintritt zu dem Konzert ist frei. Wir freuen uns über eine Spende.

Wir feiern unser 30-jähriges Vereinsjubiläum in Roth und laden dazu herzlich ein. Als Besucher erwarten wir über zwanzig Nachfahren Rother Juden zum Jubiläumswochenende.
Weitere Informationen folgen.
Der Jüdische Kalender ist eine Mischung aus Mond- und Sonnenkalender. Die Jüdischen Festen und Feiertagen werden hier mit Kerzen dargestellt; so am Sabbat - dem jüdischen Ruhetag in der Woche - mit zwei Kerzen. An Sabbat finden in der Landsynagoge Roth in der Regel keine Veranstaltungen statt. Somit können auch jüdische Personen an den Veranstaltungen teilnehmen.